Conviction Equities
Konzentrierte, fundamental abgestützte High-Conviction-Aktienportfolios, verwaltet von vier Spezialisten-Teams für Schwellenländer, Impact-Anlagen, thematische Anlagen und die Schweiz.
Da die globalen Aktienmärkte von einer Handvoll Mega-Cap-Technologieunternehmen dominiert werden, könnten sich Chancen dort ergeben, wo weniger Investoren hinschauen. Small- und Mid-Cap-Unternehmen (SMID), die in vielen Portfolios noch unterrepräsentiert sind, verbinden unserer Ansicht nach attraktive Bewertungen mit soliden Fundamentaldaten und weisen in vielen Fällen sogar ein stärkeres Gewinn- und Umsatzwachstum auf als ihre Large-Cap-Pendants. Aus unserer Sicht könnten SMID-Unternehmen hier zur Diversifikation beitragen und eine Chance für Anleger mit langfristigem Anlagehorizont darstellen.
Die begrenzte Research-Abdeckung kleinerer Unternehmen im SMID-Segment führt zudem zu Marktineffizienzen. Dadurch erhalten aktive Manager die Möglichkeit, potenzielle Chancen zu identifizieren, die noch wenig erforscht oder unterbewertet sind, bevor sie breitere Aufmerksamkeit am Markt erlangen.
Globale SMID-Aktien haben seit nach der Finanzkrise gegenüber Large Caps fast ununterbrochen schlechter abgeschnitten – ähnlich wie Schwellenländertitel im Vergleich zu Industrieländeraktien. Die daraus resultierenden tiefen Bewertungen erscheinen im Vergleich zu den Fundamentaldaten heute besonders ausgeprägt (siehe Grafik 1). Vergleichbar niedrige relative Bewertungen gab es zuletzt um das Jahr 2000. Im darauffolgenden Jahrzehnt (2001–2011) erzielten SMID-Unternehmen – gemessen am MSCI ACWI SMID Index1 – eine durchschnittliche jährliche Rendite von 6,25 Prozent. Damit übertrafen sie Large Caps (MSCI ACWI Index2) deutlich, die 2,19 Prozent pro Jahr erzielten.
Mehrere nachvollziehbare Faktoren haben zumindest teilweise die seit der globalen Finanzkrise (GFC) beobachtete relative Entwicklung gestützt und zu den heutigen Bewertungsunterschieden beigetragen. In einer globalen Wirtschaft, die zunehmend von immateriellen Vermögenswerten und der strategischen Bedeutung von Datenakkumulation geprägt ist, konnten insbesondere die stark Cashflow-generierenden Technologie-Oligopole – vor allem in den USA – ihre Marktmacht konsolidieren und einen wachsenden Anteil der Gesamterlöse auf sich vereinen. Diese «Winner-takes-all»-Dynamik wurde durch vergleichsweise milde Wettbewerbs- und Kartellregulierung begünstigt. Dieser Wettlauf um Grösse sowie die steigenden Renditen, die in einer von Datennetzwerken geprägten Wirtschaft damit einhergehen, waren ein zentraler Treiber der Bewertungsprämie (also strukturell höhere KGVs), die heute den sogenannten «Magnificent 7»3 und allgemein Mega-Cap-Unternehmen (definiert als Unternehmen mit einer Marktkapitalisierung von über USD 200 Milliarden) zugeschrieben wird.
Allerdings führt jede länger anhaltende Dynamik früher oder später zu Ungleichgewichten und Übertreibungen und schafft damit oft die Voraussetzungen für eine Korrektur. Der Aktienmarkt wird inzwischen von einer kleinen grosser Unternehmen dominiert , was potenzielle Risiken für Anleger birgt, die über passive Indexfonds oder Exchange Traded Funds (ETFs) investieren. Ende Januar 2026 machten die zehn grössten Titel ungefähr 40 Prozent der Gewichtung des S&P 500 aus und trugen mehr als 50 Prozent zum Gewinnwachstum der vergangenen zwölf Monate bei. SMID-Indizes hingegen sind deutlich breiter diversifiziert, wie Grafik 2 zeigt. Diese starke Konzentration könnte ihren Höhenpunkt erreicht haben, da Anleger zunehmen hinterfragen, ob die erheblichen Kapitalausgaben (Capex) grosser Cloud-Hyperscaler – etwa Microsoft und Amazon – langfristig tatsächlich nachhaltige Renditen liefern werden.
Eine Rotation in SMID-Aktien könnte bereits im Gange sein. Ein Bloomberg-Index für die «Magnificent 7» verzeichnete bis 27. Februar 2026 ein Minus von 6,8 Prozent seit Jahresbeginn. SMID-Aktien im MSCI ACWI SMID Index legten im selben Zeitraum um 9,1 Prozent zu (alle in US-Dollar). Ein anhaltender Stimmungsumschwung könnte eine noch stärkere Umkehr der Mittelzuflüsse auslösen. Diese konzentrierten sich bisher auf wenige dominante Titel. Das hätte Folgen für die Marktperformance insgesamt.
Kurzfristig könnten zwei Faktoren Umschichtungen von Mega- bzw. Large Caps in kleinere Unternehmen anschieben: der Druck auf Anleger, sich von überfüllten Marktsegmenten zu lösen, und solide Gewinnaussichten bei SMID-Unternehmen. Laut Median der Bloomberg-Konsensschätzungen sollten SMID-Unternehmen in den nächsten drei Jahren ein höheres EPS-Wachstum erzielen als Large Caps. Ihre Bilanzen sind konservativer strukturiert. Sie weisen eine niedrigere Verschuldung im Verhältnis zum Eigenkapital auf (siehe Grafik 3).
Der Wunsch, über verschiedene Märkte und Branchen hinweg zu diversifizieren, ist ein weiterer Treiber dieser Umschichtungsströme – derzeit womöglich sogar der wichtigste. SMID-Unternehmen werden oft übersehen. Dabei bieten sie im Vergleich zu Large-Cap-Indizes eine differenzierte Positionierung über Regionen, Sektoren und strukturelle Themen hinweg. SMID-Indizes weisen auch tendenziell eine höhere Gewichtung in Europa und den Schwellenländern auf. Gleichzeitig ist ihr US-Anteil vergleichsweise geringer.
Auf Sektorebene ist Technologie meist weniger stark gewichtet. Dagegen haben Grundstoffe, Versorger und Industrie ein höheres Gewicht. Diese Sektoren sind eng mit strukturellen Themen verknüpft: Infrastrukturentwicklung, Robotik und Automatisierung sowie die Rückverlagerung von Produktion angesichts sich wandelnder geopolitischer Dynamiken.
Mittelfristig könnte zudem eine ausgeprägtere, strukturelle Dynamik wirken. Viele der zentralen Trends, die den Wandel der globalen Wirtschaft vorantreiben, spiegeln die Entstehung innovativer Geschäftsmodelle wider (und fördern sie zugleich), die häufig von kleineren Unternehmen stammen. Diese Eigenschaften führen zu einem breiten Universum schnell wachsender Unternehmen, deren adressierbare Gesamtmärkte deutlich schneller expandieren als die Gesamtwirtschaft. Infolgedessen können solche Unternehmen selbst zu Zielen von M&A-Aktivitäten werden, was zu steigenden Aktienkursen führen kann.
Strukturelle Megatrends beeinflussen Kapitalallokationsstrategien zunehmend. Dazu zählen technologische Innovationen, demografische Veränderungen, die Entstehung einer multipolaren Welt und nachhaltige Wertschöpfung. Diese Kräfte verlagern den Anlegerfokus weg vom kurzfristigen Handel hin zu langfristigen Chancen. Aus diesen Megatrends haben wir sechs investierbare Themen identifiziert. Unseres Erachtens bieten sie besonders viel Potenzial für SMID-Unternehmen.
SMID-Unternehmen sind unserer Ansicht nach gut positioniert, um von diesen transformativen Trends zu profitieren. Sie bieten attraktive Wachstumschancen. Sie sind in spezialisierten Nischen tätig und oft eng mit strukturellen Themen verknüpft. Dazu gehören rasante Fortschritte im Bereich KI, Innovationen in der Automatisierung und Robotik sowie Chancen im Zusammenhang mit dem wachsenden Bedarf an kritischen Rohstoffen. SMID-Titel sind in der Regel «Pure Plays» – anders als grosse, diversifizierte Konzerne. Sie bieten Anlegern ein direkteres Engagement in bestimmten Sektoren und Themen.
Steigende Zölle, eine zunehmend fragmentierte Handelslandschaft und die disruptiven Auswirkungen von KI zwingen Unternehmen dazu, ihre Wachstums- und Expansionsstrategien neu zu überdenken. M&A-Transaktionen nehmen daher zu. Unternehmen erwerben gezielt neue Kompetenzen, um ihre Wettbewerbsfähigkeit zu sichern. KI unterscheidet sich von anderen makroökonomischen Trends: Sie stellt eine völlig neue Herausforderung für Führungsgremi und M&A-Experten dar.
Grössere Unternehmen wollen ihre Wettbewerbsposition stärken. Daher nehmen sie vermehrt kleinere Firmen mit Nischentechnologien ins Visier, die zu wichtigen strukturellen Trends passen. Dieser M&A-Boom hat die Bewertungen kleinerer Unternehmen in die Höhe getrieben. Gleichzeitig eröffnet er Aktionären die Chance, von Übernahmeprämien zu profitieren – sei es bei Transaktionen an öffentlichen oder privaten Märkten.
Im vergangenen Jahr hat die M&A-Aktivität stark zugenommen. Gemessen am Transaktionsvolumen erreichte sie den zweithöchsten Stand seit Beginn der Aufzeichnungen. Dabei stiegen sowohl die gezahlten Prämien als auch die Zahl der Transaktionen mit Unternehmen unter USD 10 Milliarden Bewertung deutlich. Dieser Trend erinnert an Muster aus den späten 1990er- und frühen 2000er-Jahren. Er zeigt das wiedergewonnene Vertrauen der Anleger und verdeutlicht die wachsende Bedeutung kleinerer Unternehmen für die Zukunft ganzer Branchen.
Auswahl aktueller SMID-Unternehmensübernahmen
ServiceNow - Armis: (USD 7,75 Milliarden / Cybersicherheit)
Thoma Bravo - Darktrace: (USD 5,3 Milliarden / Cybersicherheit)
Rio Tinto - Arcadium Lithium: (USD 6,7 Milliarden / Batteriematerialien)
Pfizer - Metsera: (USD 10 Milliarden / Adipositas)
Der Vontobel Fund II – Global Small & Mid-Cap Opportunities baut auf unserer langjährigen Erfahrung mit kleineren Unternehmen auf, die stark von Megatrends profitieren. Der Fonds verfolgt einen fokussierten Anlageprozess. So identifizieren wir Unternehmen, die an der Schnittstelle transformativer Strukturthemen und des SMID-Universums agieren, und investieren gezielt in sie. Der Fonds konzentriert sich auf Unternehmen, deren Marktkapitalisierung innerhalb der Grenzen des MSCI ACWI SMID Index liegt. Dieser Index umfasst weltweit über 7000 Aktien. Der Fonds grenzt den breiten Index durch einen Top-down-Ansatz ein. Dabei wählt er Unternehmen aus, deren Geschäftstätigkeit mit sechs zentralen thematischen Bereichen übereinstimmt. Um die relevanten Unternehmen zu identifizieren, nutzt er Large Language Models. Dieser Prozess führt zu einem eingegrenzten Universum von rund 1500 Aktien. Daraus wird ein konzentriertes Portfolio mit etwa 100 Titeln zusammengestellt, hinter denen eine hohe Überzeugung steht.
Allerdings sind Anlagen in SMID-Unternehmen auch mit spezifischen Risiken verbunden. Diese können sie volatiler machen als ihre Large-Cap-Pendants. SMID-Unternehmen sind im Allgemeinen stärker vom Konjunkturzyklus abhängig. Zudem weisen sie oft niedrigere durchschnittliche Handelsvolumina auf. Das kann zu schnelleren Kursbewegungen und grösseren Ausschlägen führen. Dies gilt vor allem in Phasen von Marktturbulenzen oder bei unternehmensspezifischen Ereignissen wie Quartalszahlen oder anderen kursrelevanten Nachrichten. Ausserdem werden sie tendenziell von weniger Analysten beobachtet. Das kann zu begrenzten verfügbaren Informationen oder geringerer Sichtbarkeit bei Investoren führen. Unseres Erachtens ist diese letzte Eigenschaft die Kehrseite einer grösseren Chance. Denn durch eigenes Research lässt sich gerade hier eine deutliche Outperformance erzielen.
Der Vontobel Fund II – Global Small & Mid-Cap Opportunities ist unseres Erachtens ideal positioniert, um von diesen sechs transformativen Themen zu profitieren. Der Fonds konzentriert sich auf qualitativ hochwertige SMID-Unternehmen, die an strukturelle Megatrends gekoppelt sind. Diese Unternehmen bieten Anlegern unserer Ansicht nach eine überzeugende Gelegenheit zur Diversifikation. Sie verfügen über starkes Wachstumspotenzial, unterbewertete Chancen und direkten Zugang zu aufkommenden Trends. Anleger können so von der nächsten Welle der Innovation und des Wirtschaftswachstums profitieren.
1. Der MSCI ACWI Index ist der MSCI All Country World Index. Er ist nach Marktkapitalisierung gewichtet.
2. Der MSCI ACWI Small + Mid Cap Index bildet Nebenwerte ab.
3. Apple, Microsoft, Amazon, Alphabet, Meta, Nvidia und Tesla.