Wir sagten es ja … mit Alpha-Chancen bleiben Sie einen Schritt voraus

Fixed Income Boutique
Artikel 12 Minuten

Kurz und bündig

  • Nachdem sie das «Angstgebiet» ausgetestet haben, sind die Märkte nun wieder fest im Griff des «Gierterritoriums». Lassen Sie Vorsicht walten!
  • Wir sind nach wie vor fest davon überzeugt, dass auch künftig Volatilität vorherrschen wird, und unser aktiver Ansatz liefert weiterhin Ergebnisse.
  • Die Debatte um das Ende des Exzeptionalismus des US-Dollar hat Auswirkungen auf die Märkte weltweit. Unseres Erachtens könnten jedoch die Schwellenländer zu den wenigen Nutzniessern dieses Trends zählen.

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In unserer letzten Quartalsveröffentlichung haben wir auf das begrenzte Potenzial für kurzfristige Beta-Renditen aus Anleihen hingewiesen und die bedeutenden Alpha-Chancen hervorgehoben, von denen wir ausgingen. Die Ereignisse des vergangenen Quartals hätten diese Prognose nicht besser bestätigen können.

Wir befinden uns derzeit in einer der volatilsten und unberechenbarsten Phasen der jüngeren Finanzmarktgeschichte. Hauptverantwortlich für diese Volatilität waren offensichtlich die Sanktionen, die von der Trump-Regierung nach dem «Liberation Day» verhängt wurden. All dies geschah vor dem Hintergrund überzogener Bewertungen, sich verändernder gesamtwirtschaftlicher Rahmenbedingungen, einer allmählichen Neuausrichtung der Machtverhältnisse an den globalen Finanzmärkten sowie in militärischer Hinsicht und der anhaltenden Nachwirkungen des Inflationsschubs, der 2022 die Volkswirtschaften der Industrieländer heimsuchte. Zusammengenommen sorgten diese Faktoren für verstärkte Turbulenzen.

Nach unserer Fokussierung im letzten Quartal auf das Wertpotenzial von Alpha hoffe ich aufrichtig, dass viele von Ihnen diese Erkenntnis in Ihre Positionierung auf Portfolioebene einfliessen lassen konnten. Bei der Fixed Income Boutique profitierten wir erheblich von dieser Einschätzung. Seit Jahresbeginn haben unsere wichtigsten aktiven Portfolios unglaublich robuste risikobereinigte Renditen erzielt, obwohl die Märkte wieder auf das Niveau zurückgekehrt sind, auf dem sie zum Zeitpunkt unserer letzten Quartalsveröffentlichung waren.1

  

Sektorüberblick

Zinsausblick

Solide Fundamentaldaten trotz sprunghafter Handelspolitik

Ähnlich wie bei der US-Notenbank Fed ist für uns die Gefahr einer steigenden Inflation noch nicht gebannt. Gleichzeitig rechnen wir nicht mit einer Rezession, auch wenn das durch die Importzölle steigende Preisniveau eine zusätzliche Steuerbelastung für die US-Konsumenten mit sich bringt.

Industrieländer

Auf Banken setzen?

Insgesamt sind die grossen US-Banken in guter Verfassung, doch weitere Verbesserungen dürften unwahrscheinlich sein. Dagegen sind die Renditeabstände von Banken im Vergleich zu Nicht-Finanzunternehmen weiterhin günstig und rechtfertigen somit eine Allokation in diesem Sektor.

Wir erwarten, dass eine starke Nachfrage, robuste Renditeabstände und günstige technische Faktoren ein solides Fundament für europäische Investment-Grade-Anleihen bilden werden. Dank solider Fundamentaldaten, stabiler Zuflüsse und attraktiver Carry-Renditen bleiben die Aussichten positiv.

Wir gehen davon aus, dass die soliden Fundamentaldaten und die robusten technischen Faktoren, die den Markt für US-Hochzinsanleihen unterstützen, den derzeit engen Renditeabständen zuträglich sind und vorsichtigen Anlegern angemessene Gesamtrenditen bieten werden.

Der Schweizer Anleihenmarkt reagiert auf die globale Volatilität und die Handelsunsicherheit mit einer Rückkehr zu negativen Zinsen. Wir erachten die aktuelle Rollrendite der Schweizer Renditekurve daher als attraktiv und sind von einer Positionierung überzeugt, bei der das Segment der mittelfristigen Laufzeiten übergewichtet wird.

Schwellenländer

Schwellenländeranleihen sind gut positioniert, um vom Ende des US-Exzeptionalismus zu profitieren

Die Handelspolitik der USA hat zu Marktverwerfungen und Wertchancen für Hartwährungsanleihen aus Schwellenländern (EM) geführt. Das Ende des US-Exzeptionalismus und die Tatsache, dass eine Rezession in den USA vermieden werden dürfte, bieten für Schwellenländeranleihen ein gutes Umfeld.

Lokalwährungsanleihen aus Schwellenländern haben sich in diesem Jahr deutlich besser entwickelt und in etwas mehr als fünf Monaten eine Gesamtrendite (in USD) von über 10 Prozent erzielt. Diese Prognose basiert in erster Linie auf der Erwartung, dass der US-Exzeptionalismus, der hauptsächlich durch zyklische Faktoren bedingt ist, bald ein Ende haben wird.

Schlussfolgerungen für Ihre Anlagen

  1. Der Exzeptionalismus in Bezug auf den US-Dollar ist (vorerst) vorüber. Wir stehen aller Voraussicht nach vor einer Dollar-Baisse, was ein äusserst attraktives Umfeld für Lokalwährungsanleihen der Schwellenländer schafft.
  2. Europäische Banken legen ungeachtet der jüngsten Volatilität weiterhin Widerstandsfähigkeit an den Tag, insbesondere bei Instrumenten zur Beschaffung von zusätzlichem Kernkapital (Additional Tier 1 – AT1).
  3. Die europäische Renditekurve hat sich deutlich vorhersehbarer entwickelt als die Renditekurven des US-Dollar, des britischen Pfund oder des Yen.
  4. Der mittlere Teil der Risikoverteilungen scheint im Durchschnitt weniger Wertpotenzial aufzuweisen als das lange und kurze Kurvenende («Barbell»-Struktur).
  5. Die Risikoprämien für Staatsanleihen aus Schwellenländern bieten trotz des deutlich höheren Anteils dieser Papiere an den globalen Märkten ein weitaus besseres relatives Wertpotenzial als die Risikoprämien für Industrieländer.
     

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1. Per 30. Mai 2025. Vontobel Fund – Credit Opportunities (I-Anteil), Vontobel Fund – Emerging Markets Debt (I-Anteil), Vontobel Fund – Emerging Markets Blend (I-Anteil), Vontobel Sustainable Emerging Markets Local Currency Bond (I-Anteil).

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