Drei Gründe für eine Anlage in Schwellenländeraktien
Asset management
Nach einem Jahrzehnt der Underperformance sind wir überzeugt, dass Schwellenländeraktien eine bessere Zukunft bevorsteht und kurzfristige Herausforderungen durch die Chance auf langfristige Gewinne ausgeglichen werden. Das hat drei Gründe:
1. Attraktive Bewertungen von Aktien aus Schwellenländern
Es fällt schwer zu glauben, dass Schwellenländeraktien einst mit deutlichem Aufschlag gegenüber Industrieländern gehandelt wurden. Doch genau das war am Ende des Rohstoff-Superzyklus von 2000 bis 2011 der Fall. Dieser Aufschlag hat sich seither in Luft aufgelöst und die Anlageklasse wird nun auf Basis des Shiller-KGV (welches auf den inflationsbereinigten Gewinnen der letzten zehn Jahre basiert) mit einem Abschlag von über 40 Prozent gegenüber den Industrieländern gehandelt.
Obwohl das Shiller-KGV keine Prognosemöglichkeiten für kurzfristige Renditen bietet, kann es ein nützlicher Indikator für langfristige Renditen sein, den man nicht ignorieren sollte.
2. Die Fed ist die energischsten Schritte schon gegangen – USD könnte nachgeben
Angesichts des Tempos, das die US-Notenbank Fed dieses Jahr bei ihren Zinserhöhungen vorgelegt hat, kann der deutliche Anstieg des US-Dollars nicht überraschen. Ein starker Dollar wirkt sich negativ auf EM-Aktien aus – ein schwacher entsprechend umgekehrt. Da die jüngsten CPI-Zahlen aber auf eine Verlangsamung der US-Inflation hindeuten, könnte die Fed bei künftigen Erhöhungen den Fuß vom Gaspedal nehmen.
Für Schwellenländeraktien könnten das hervorragende Nachrichten sein. Und da die Anleger – gegenüber ihrem langfristigen Durchschnitt von 9 Prozent – derzeit 2,5 Prozent weniger in Schwellenländeraktien engagiert sind, könnte eine Stimmungsaufhellung dazu führen, dass erhebliche Mittel in die Anlageklasse fliessen. Eine Rückkehr zur durchschnittlichen langfristigen Allokation von 9 Prozent würde einem Mittelzufluss von etwa 750 Mrd. US-Dollar entsprechen.
3. Den Zentralbanken der Schwellenländer ist der Umgang mit der Inflation besser gelungen als denen der Industrieländer
Im Hinblick auf die geldpolitische Unterstützung müssen die Zentralbanken der Industrieländer, wie etwa die US-Notenbank, die Europäische Zentralbank und die Bank of England, die Kluft zwischen dem derzeitigen Zinsniveau und dem Niveau überbrücken, das erforderlich ist, um den Inflationsdruck zu bremsen.
In den Schwellenländern waren die Zentralbanken bei der Bewältigung des Inflationsdrucks hingegen proaktiver – sicherlich auch dank ihrer langjährigen Erfahrung auf diesem Gebiet. Die nachfolgende Grafik zeigt den Abstand der aktuellen Leitzinsen zur Inflation. Dieser ist in Grossbritannien, Europa, den USA und Kanada höher ist als in Indien, Mexiko, China und Brasilien. Die Schwellenländer präsentieren sich in dieser Hinsicht recht solide.