Geschwindigkeit ist jetzt das A und O an den Anleihenmärkten
TwentyFour
Nach einem für Anleihen relativ schlechten Jahr 2022, in dem die steigende Inflation zu einem der aggressivsten Zinserhöhungszyklen aller Zeiten führte, erscheint uns der Anleihenmarkt nun viel gesünder.
Anleihen haben ihre Strahlkraft zurückerlangt, Renditen sind auf breiter Front gestiegen und es verstärkt sich der Eindruck, dass die weltweit rasch aufeinanderfolgenden Zinserhöhungen der Zentralbanken nun ein Ende finden.
Angesichts der Ankündigung der US-Notenbank, die Zahlen vor den nächsten Schritten genau beobachten und analysieren zu wollen, ist es aber nicht in Stein gemeisselt, dass die Zinserhöhungen der Zentralbanken ihren Höhepunkt erreicht haben.
In einem sich schnell ändernden Umfeld, in dem sich die Entscheidungen der Zentralbanken überschlagen, ist eine «Go anywhere»-Anleihenstrategie, die sowohl Staatsanleihen, Investment-Grade-Anleihen, Hochzinsanleihen und Schwellenländeranleihen als auch spezialisierte Sektoren wie nachrangige Finanztitel und Asset-Backed Securities abdeckt, unerlässlich.
Schwer vorherzusagen
Es ist schwieriger geworden, den nächsten Schritt der US-Notenbank, der Europäischen Zentralbank und der Bank of England vorherzusagen, da die Wirtschaft auf globaler Ebene noch immer mit steigenden Preisen und der Gefahr einer Rezession zu kämpfen hat. Aber die Zentralbanken waren in der Tat im Aktionsmodus.
Im September hielt die US-Notenbank Fed den Zinssatz in einem Bereich von 5,25% und 5,50%, hatte zuvor aber den Leitzins elf aufeinanderfolgende Male erhöht, wobei die letzte Zinserhöhung um 25 Basispunkte im Juli angekündigt wurde.
In der Zwischenzeit erhöhte die Europäische Zentralbank Mitte September den Leitzins um 25 Basispunkte auf 4% und somit auf das höchste Niveau in der Geschichte der Eurozone, wobei die Präsidentin der EZB Christine Lagarde erklärte, dass die Fremdkapitalkosten zwar ihren Höchststand erreicht haben könnten, sie aber so lange hoch bleiben werden, bis die Inflation eingedämmt ist.
Zudem erhöhte in Grossbritannien die Bank of England den Leitzins vierzehnmal in Folge, bevor sie ihn im September bei 5,25% beliess.
Um in solchen Situationen, in denen Zentralbanken schnell handeln, die besten Chancen zu ergreifen, müssen Investoren sofort reagieren können – daher glauben wir, dass eine «Go anywhere»-Anleihenstrategie immer attraktiver und notwendiger wird.
Anpassen oder untergehen
Es ist die Aufgabe eines aktiven und unabhängigen Anleihenmanagers, ein Portfolio (manchmal sehr schnell) im Laufe des Zyklus durch Umschichtung anzupassen, um die sich aus der Marktentwicklung ergebenden unterschiedlichen Risiken zu erfassen.
Der Markt für Unternehmensanleihen mit seiner grossen Bandbreite von Anleihen unterschiedlicher Emittenten und Regionen und einer ganzen Palette von Risikomerkmalen, Laufzeiten und Ratings bietet Managern maximale Flexibilität.
Zwecks Maximierung der risikobereinigten Renditen über den Konjunkturzyklus hinweg versuchen unabhängige Anleihenmanager, drei Aspekte miteinander in Einklang zu bringen: die Höhe der gehaltenen Anleihen, deren Qualität und die Laufzeit der Allokation.
Portfoliomanager von «Go anywhere»-Anleihen stellen sicher, dass die in die Strategie involvierten Vermögenswerte in der weiteren Marktentwicklung nicht gegeneinander arbeiten und die gehaltenen Anleihen einander ergänzen.
Eine solche Strategie ist erforderlich geworden, da die Marktteilnehmer versuchen herauszufinden, ob die Zentralbanken für die globale Wirtschaft eine harte oder weiche Landung arrangieren werden.
Ein Blick auf die Wirtschaftsdaten zeigt, dass sich zur gleichen Zeit im Vorjahr das globale BIP um die Nulllinie bewegte und wir die Aussichten damals als ziemlich negativ beurteilt haben. Man war der Meinung, dass der sich abzeichnende aggressive Zinserhöhungszyklus möglicherweise in kurzer Zeit zu einer Rezession führen könnte. Nun, dieses Szenario ist nicht eingetreten und die Weltwirtschaft hat sich angesichts der nach oben korrigierten Wachstumsprognosen von IWF und OECD als weitaus resilienter erwiesen als erwartet.
Harte oder weiche Landung?
Trotz der insgesamt schwächelnden Weltwirtschaft wird in Grossbritannien, den USA und in Europa nach wie vor stark mit einer weichen Landung gerechnet. Das Basisszenario für eine eher weiche Landung hält sich nun schon eine ganze Weile – zwar glauben wir, dass einzelne Volkswirtschaften mit dem Gedanken an eine Rezession spielen, denken aber nicht, dass sie im grossen Stil in eine solche rutschen werden.
Auch wenn die wirtschaftliche Lage viel rosiger aussieht als vor einem Jahr, gibt es immer noch Bereiche, in denen Vorsicht geboten ist, wie z. B. die Chemie- und Werbebranche. Ein Manager, der sicherstellt, dass diese Sektoren gemieden werden, ist unseres Erachtens somit von entscheidender Bedeutung.
Kein Konjunkturzyklus gleicht dem anderen. So hat der durch die rasante Inflation und die Massnahmen der Zentralbanken eingeläutete neue Zyklus zu einer raschen Entwicklung der Spreads geführt.
Aktive Anleihenmanager können als Reaktion auf sich ändernde Marktbedingungen die Allokation in drei Dimensionen schnell anpassen – Höhe, Qualität und Laufzeit.
Dies kann sich in den Übergangszeiten als besonders profitabel erweisen. Richtet man die Allokation zwischen Mitte und Ende des Zyklus zu früh nach den Zinsen aus, verpasst man möglicherweise die anhaltende Spreadverengung; tut man dies zu spät, könnten Marktwertverluste eintreten, da die Investoren das riskantere Ende der Kredite zu fürchten beginnen.
Wir sind der Meinung, dass wir uns momentan in einem hochdynamischen Markt befinden und ein «Go anywhere»-Ansatz Ihnen dabei helfen kann, Schritt zu halten.
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