Wie man Anleihen spielen sollte

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Die Finanzmärkte haben die Wiederwahl von Donald Trump mit Optimismus aufgenommen. Risikobehaftete Anlagen, insbesondere Aktien, setzten ihre starke Rallye Anfang November fort, trotz steigender Inflationserwartungen und verringerten Hoffnungen auf eine Zinssenkung durch die Federal Reserve.

Der S&P 500 ist seit Jahresbeginn um 28 % gestiegen, wobei ein Großteil des Anstiegs durch Tech-Aktien bedingt ist. Historisch gesehen tendieren die US-Aktienmärkte dazu, unter republikanischen Regierungen besser abzuschneiden als unter demokratischen.1 Trumps wirtschaftsfreundliche Agenda, die Steuererleichterungen und Infrastrukturinvestitionen umfasst, unterstützt diesen Trend und gibt den Investoren Gründe, optimistisch zu bleiben.

Zölle: Ein zweischneidiges Schwert für die Märkte

Während wachstumsorientierte Initiativen der Regierung Optimismus fördern, stellen sie auch Herausforderungen dar. Höhere Inflation und reduzierte monetäre Unterstützung könnten die Marktresilienz auf die Probe stellen, doch derzeit erscheinen diese Hürden beherrschbar. Die wirtschaftsfreundliche Haltung der Regierung inspiriert weiterhin das Vertrauen der Investoren und legt eine Grundlage für Optimismus, auch angesichts von Unsicherheiten.

Die Finanzierung dieser Ausgabenprojekte ist jedoch komplex. Zölle – die Trump als „das schönste Wort“ bezeichnete – erweisen sich als äußerst disruptiv. Sie richten sich gegen wichtige Handelspartner wie China, Mexiko, Europa und Kanada, was die Märkte weltweit belastet. Zölle bremsen nicht nur das Wachstumspotenzial, sondern führen auch zu inflationärem Druck, der für die Märkte schwerer zu verdauen ist. Im Gegensatz zur wachstumsbedingten „guten“ Inflation stellt diese durch Zölle verursachte „schlechte“ Inflation eine erhebliche Herausforderung für Investoren dar.

Staatsanleihenrenditen nähern sich ihrem Höhepunkt

Steigende Zins- und Inflationserwartungen haben für Anleiheninvestoren Gegenwind erzeugt, doch es gibt Anzeichen, dass die Renditen von Staatsanleihen ihren Höhepunkt erreichen könnten.

Erstens gibt es aus der Perspektive des Wirtschaftswachstums wenig Grund für die Federal Reserve, ihren expansiven Kurs aufzugeben. Trotz kürzlicher Zinssenkungen bleibt die Geldpolitik restriktiv. Das Wachstum der realen Geldmenge (M1) liegt weiterhin nahe historischen Tiefstständen, und unser Konjunkturzyklusmodell Wave2 deutet auf ein schwaches Wirtschaftswachstum in den USA hin, wie in Abbildung 1 dargestellt. Dieses Konjunkturumfeld lässt darauf schließen, dass die Fed weiterhin auf Lockerung setzt.

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Zweitens scheinen die Märkte ein zu pessimistisches Szenario für Anleihen eingepreist zu haben. Die aktuellen Renditen der 10-jährigen US-Anleihen überschreiten Werte, die durch historische Treiber von Anleiherenditen gerechtfertigt wären, wie in Abbildung 2 gezeigt. Blickt man in die Zukunft, könnten die Inflationserwartungen – wenn man Trumps erste Amtszeit als Massstab nimmt – leicht sinken. Die Unsicherheit nach den Wahlen führt oft zu einem anfänglichen Anstieg der Inflationserwartungen, aber diese tendieren dazu, sich zu normalisieren, wenn sich der Staub gelegt hat. Wenn man diese Informationen in unser proprietäres Modell einbezieht, ergibt sich eine Prognose für die 10-jährigen Renditen, die deutlich unter dem aktuellen Niveau liegt.

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Auch wenn Herausforderungen bestehen, bieten diese Faktoren eine konstruktive Perspektive für Anleiheninvestoren, die sich im aktuellen Umfeld zurechtfinden wollen.

Wie wir unsere konstruktive Sicht auf Duration umsetzen

Das Timing des Höhepunkts der Staatsanleihenrenditen ist schwierig, insbesondere aufgrund der Unsicherheit im Hinblick auf die US-Importzölle. Ein allgemeiner Zoll von 10 % oder 60 % auf China könnte die Obergrenze markieren. Doch Erfahrungen aus Trumps erster Amtszeit zeigen, dass er Zölle oft als Verhandlungsinstrument nutzt, was niedrigere Sätze als derzeit vorgeschlagen möglich macht.

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Angesichts dieser Unsicherheit sind wir der Ansicht, dass ein Übergewicht von Duration im Portfolio nicht die effektivste Strategie ist, selbst mit unserer positiven mittelfristigen Prognose. Sicher ist jedoch, dass die verringerte wahlbedingte Unsicherheit dazu beigetragen hat, die Volatilität von Staatsanleihen zu senken, wie in Abbildung 3 gezeigt. Was in der Zeit nach den Wahlen geschah, war zu erwarten, da die Volatilität von Anleihen in den Monaten nach dem Wahltag historisch gesehen nachlässt, wie in Abbildung 3 dargestellt. Vor diesem Hintergrund bevorzugen wir es, unsere positive Sicht auf Duration über Optionen auszudrücken. Diese Herangehensweise ermöglicht es uns, von einem möglichen Rückgang der Renditen im Jahr 2025 zu profitieren und gleichzeitig die Risiken zu vermeiden, die mit dem Versuch verbunden sind, den Anleihenmarkt zu timen.

 

 

 

 

 

Siehe “„US-Wahlen 2024” für eine ausführliche Analyse der US-Wahlen.
Siehe “„Die Vontobel Wave” für detaillierte Informationen zu unsrem Konjunkturzyklusmodell.

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