Ein Jahr danach: European Equity Income Plus

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„Einen neuen Fonds aufzulegen ist eine Sache. Ihn Tage vor einem der unruhigsten Marktereignisse der letzten Jahre aufzulegen, ist eine ganz andere. Das erste Jahr hat uns gezeigt, dass die drei Bausteine der Strategie unter echtem Druck und in sehr unterschiedlichen Marktsituationen funktionieren. Das gibt uns starkes Vertrauen, wenn wir ins zweite Jahr gehen.“

Robert Borenich, Portfolio Manager


Der Vontobel Fund - European Equity Income Plus wurde im März 2025 aufgelegt und basiert auf einer zentralen Herausforderung für Anleger: Wie lässt sich eine Investition in Aktien mit hohem regelmässigen Einkommen und einem robusteren Risiko-Rendite-Profil verbinden, ohne sich auf Faktorenkonzentrationen zu verlassen, die traditionelle defensive Ansätze, einschließlich Minimum-Volatility-Strategien, seit 2022 zunehmend unzuverlässig gemacht haben?

Der Fonds stützt sich dabei auf drei sich ergänzende Bausteine: Quality Dividends, ein konzentriertes Portfolio aus 30 bis 35 hochwertigen europäischen Dividendenwerten, die aufgrund ihrer Bilanzstärke und der Nachhaltigkeit ihrer Erträge ausgewählt werden, Enhanced Income, das durch Optionsprämien über ein Covered-Call-Overlay generiert wird, und Dynamic Participation, welches das Gesamtportfoliorisiko durch taktisches Hedging steuert. Zusammen sind sie darauf ausgerichtet, stabile Erträge über verschiedene Marktphasen hinweg zu erzielen und gleichzeitig einen gewissen Kapitalschutz zu bieten.

Dieses Gleichgewicht ist besonders wertvoll, wenn Anleger ein Aktienengagement mit stabilen, hohen Ausschüttungsprofil wünschen. Die Covered-Call-Struktur bietet ein gewisses Maß an natürlicher Abfederung bei starken Drawdowns durch Optionsprämieneinnahmen, während die dynamische Partizipationsstrategie das Tail-Risiko direkt steuert - und damit die Grenzen von Minimum Volatiltäts Strategien überwindet, welche sich bei schnell bewegenden Märkten in beide Richtungen meist schwertun.

Der Fonds strebt eine jährliche Ausschüttung von 7 % an. Die erste Ausschüttung, die lediglich die fünf Monate von der Auflegung bis Ende August 2025 abdeckte, lag bei etwa 5 % pro rata, entsprechend mehr als 10 % auf Jahresbasis und damit deutlich über unserem gesteckten Ziel.

Die Strategie richtet sich an Anleger, die regelmäßige, nachhaltige Erträge aus ihrer Aktienallokation erzielen wollen. Der Fonds wird von einem Team verwaltet, das über umfassende Erfahrung sowohl in der aktiven Aktienauswahl als auch im Bereich Derivate verfügt.

Nach einem Jahr bleibt unser Leistungsversprechen unverändert: Beteiligung an europäischen Aktien, höhere Erträge und ein defensiveres Profil, wenn die Märkte am anspruchsvollsten sind.

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Rückblick auf das erste Jahr

Das erste Jahr des Fonds war von erheblichen Marktturbulenzen geprägt, in denen die drei Bausteine der Strategie ihre Widerstandsfähigkeit und Wirksamkeit unter Beweis stellten. Der Fonds wurde nur wenige Tage vor dem “Liberation Day” aufgelegt. Da die Covered-Call-Strategie im Vorfeld dieses Ereignisses noch nicht vollständig umgesetzt worden war, wurde das Portfolio zusätzlich durch die Dynamic Participation Strategie mit Short-Futures und Put-Optionen taktisch abgesichert, was die Drawdowns im Vergleich zur Aktienbenchmark um etwa 200 Basispunkte reduzierte. Die anschließende Erholung war schnell und V-förmig - ein Marktumfeld, das für Covered-Call-Strategien typischerweise ungünstig ist -, aber aktive taktische Anpassungen begrenzten die Underperformance gegenüber dem Aktienindex während des starken Anstiegs. Im vierten Quartal sorgte die Aktienauswahl selbst bei steigenden Märkten für eine Outperformance, die die Opportunitätskosten, die normalerweise mit dem Schreiben von Covered Calls verbunden sind, überkompensierte. Das neue Jahr begann konstruktiv, bevor eskalierende geopolitische Spannungen uns zu frühen defensiven Maßnahmen veranlassten; im März trugen alle drei Portfoliokomponenten positiv zur Performance bei. Insgesamt beendete der Fonds das Jahr deutlich über seiner Benchmark, mit geringerer Volatilität und reduzierten Drawdowns, während die erste Ausschüttung im November die Erwartungen übertraf.

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Qualitätsdividenden

Das Aktienportfolio wurde zum Start auf Basis einer konzentrierten Auswahl von 30 hochwertigen Dividendenaktien aufgebaut, wobei das aktive Management vor allem über taktische Gewichtungsanpassungen und weniger über den Austausch einzelner Titel umgesetzt wurde. Die Sektorpositionierung - insbesondere die Übergewichtung von Versorgern und Finanzwerten - erwies sich in den verschiedenen Marktphasen als gut kalibriert, wobei Versorger in Abwärtsphasen defensiven Halt lieferten und Finanzwerte in risikoreichen Phasen einen starken Beitrag leisteten. Die bedeutendste Neupositionierung fand zu Beginn des ersten Quartals 2026 statt, als im Vorfeld der geopolitischen Eskalation in Energie und defensive Titel umgeschichtet wurde.

Erhöhte Erträge

Die Covered-Call-Strategie wurde das gesamte Jahr über flexibel gehandhabt, wobei die Schreibquote als Reaktion auf die Marktbedingungen aktiv angepasst wurde - in Zeiten hoher Einzeltitelstreuung wurde sie reduziert, um die Aufwärtspartizipation möglichst zu bewahren, und bei einer Stabilisierung der Bedingungen wurde sie wieder auf das Ziel von 50 % erhöht. Dieser aktive Ansatz begrenzte die Opportunitätskosten während starker Kurserholungen und stellte gleichzeitig sicher, dass die Strategie in schwächeren Märkten den beabsichtigten Einkommensbeitrag leistete. Die Covered-Call-Strategie generierte über alle vier Quartale hinweg konsistente Prämieneinnahmen.

Dynamische Beteiligung

Die Strategie griff zu drei verschiedenen Zeitpunkten ein: Absicherung vor dem Liberation Day, wodurch sich der Drawdown um etwa 200 Basispunkte verringerte; Einsatz von Long-Calls während der anschließenden V-förmigen Erholung, um die Kosten der gedeckten Calls auszugleichen; und drittens der Aufbau von Short-Positionen mittels Futures und Put-Optionen vor der Eskalation des Iran-Konflikts Anfang 2026, wodurch Verluste während des Drawdowns im März erheblich begrenzt wurden. Für Zeitpunkt und Wahl der Instrumente bedienen wir uns sowohl quantitativer Signale als auch qualitative Markteinschätzungen. Diese Maßnahmen trugen wesentlich zur allgemeinen Widerstandsfähigkeit des Fonds in einem turbulenten ersten Jahr bei.

Ausblick

Zu Beginn des zweiten Jahres des Fonds ist das Umfeld weiterhin schwierig. Der Iran-Krieg und seine Folgen für die globalen Energiemärkte dominieren aktuell noch das Marktgeschehen, da die Straße von Hormuz nach wie vor weitgehend blockiert ist, die Ölpreise hoch sind und sich Spillover-Effekte auf die Inflation und die Kaufkraft der Verbraucher auswirken. Die Wirtschaftsindikatoren bleiben vorerst weitgehend konstruktiv, sind aber weitgehend rückwärtsgerichtet - die vollen Auswirkungen werden erst in den kommenden Datenveröffentlichungen und Unternehmensausblicken sichtbar werden.

Sollte der Konflikt andauern, stellt eine Stagflation das ungünstigste Szenario für die Aktienmärkte dar. Eine Lösung bleibt schwierig, kann aber nicht ausgeschlossen werden, insbesondere angesichts des innenpolitischen Drucks in den Vereinigten Staaten vor den Mid-Term Wahlen im Herbst. Das erste Jahr des Fonds hat gezeigt, dass unser Investmentprozess in der Lage ist, turbulente Märkte unter sehr unterschiedlichen Bedingungen zu steuern. Wir starten unser zweites Jahr mit einer defensiven Positionierung - unter Beibehaltung unserer Ausrichtung auf Energie und defensive Aktien, aktiver Covered-Call-Aktivitäten und taktischer Absicherung - und bleiben gleichzeitig wachsam gegenüber Verschiebungen, die eine Neupositionierung rechtfertigen würden.

 

 

 

 

 

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