Fixed Income 101: Income Investing
TwentyFour
Beim Income Investing geht es darum sicherzustellen, dass Ihr Portfolio unabhängig von den Marktbedingungen eine stabile Ertragsquelle bildet.
Anleger können Erträge aus vielen Quellen beziehen – von Anleihekupons und Aktiendividenden bis hin zu anderen Anlagen wie Anlagefonds, börsengehandelte Fonds (ETFs) und Kapitalanlagegesellschaften, die je nach Entwicklung der von ihnen verwalteten Anlagen regelmässige Zahlungen an die Anleger leisten.
Erträge sind ein entscheidendes Element der Portfoliokonstruktion. Ohne Anleihekupons oder Aktiendividenden müssten Anleger regelmässig Anlagen, deren Kurs gestiegen ist, veräussern, um Kapitalgewinne zu realisieren und eine Barrendite zu erzielen. Wenn ein Portfolio einen verlässlichen Ertragsstrom aufweist, können Anleger eine beständige Rendite erzielen und ihre Anlagen über einen längeren Zeitraum halten.
Sind die Märkte volatil, kann Income Investing auch zum Schutz der Gesamtrendite eines Portfolios beitragen, da auch dann weiterhin Erträge eingehen, wenn sich die Anlagen auf Mark-to-Market-Basis negativ entwickeln.
Drei Gründe, um für Erträge auf Anleihen zu setzen
Flexibel
Die Anleihenmärkte bieten ein umfassendes Risikospektrum – von Investment-Grade-Staatsanleihen bis hin zu Finanztiteln und Hochzins-Unternehmensanleihen in Industrieländern sowie den Emerging Markets. Dies bedeutet, dass Fixed-Income-Anleger ein Portfolio aufbauen können, das Erträge generiert und auf ihr gewünschtes Risikoniveau abgestimmt ist.
Bei Aktien sind die Ertragsoptionen für Anleger weniger breit gefächert. Nicht alle Unternehmen sind börsenkotiert. In den meisten Fällen handelt es sich um Investment-Grade-Blue-Chip-Unternehmen, die regelmässig hohe Dividenden ausschütten. Über Anleihen erhalten Anleger Zugang zu Erträgen von Unternehmen, die sich durch andere Merkmale auszeichnen. Auch mit Blick auf Branchen und Regionen steht eine grössere Auswahl zur Verfügung.
Prognostizierbar
Die Anleihenmärkte werden nicht ohne Grund auch als «Fixed Income»-Märkte bezeichnet. Während Aktiendividenden ermessensbasiert sind (sie können im Ermessen des Unternehmens je nach Wertentwicklung nach oben oder unten korrigiert werden), handelt es sich bei Anleihekupons um fixe vertragliche Zahlungen (bei Nichtzahlung würde das Unternehmen in Verzug geraten).
Stabil
Auf lange Sicht stellen die Erträge wahrscheinlich den stärksten Renditetreiber in einem Anleihenportfolio dar. Dies bedeutet, dass Fixed-Income-Renditen tendenziell weniger volatil sind als andere, risikoreichere Anlageklassen. Ein Portfolio aus globalen unbeschränkten Anleihen kann rund 70 Prozent seiner Gesamtrendite aus Erträgen und nur 30 Prozent aus Kapitalgewinnen erzielen.
Drei ertragssteigernde Faktoren bei Anleihen
Fälligkeit
Anleihen weisen ein sehr einfaches Merkmal auf, das sie im Vergleich zu vielen anderen Anlagen risikoärmer macht – ein Fälligkeitsdatum. Zusätzlich zu den Erträgen aus Kupons über die Laufzeit der Anleihe bekommen Anleger ihre Anfangsinvestition (ihr «Kapital») zum Fälligkeitsdatum zurück.
Dies bedeutet, dass Anleger ihr Geld bei einer Anleihe nur auf zwei Wege verlieren können: entweder bei Ausfall des Anleiheemittenten oder wenn der Anleger entscheidet, die Anleihe vor Fälligkeit zu einem Zeitpunkt zu verkaufen, zu dem die Anleihe unter dem Kaufpreis gehandelt wird.
Wenn Sie eine dreijährige Anleihe mit einer aktuellen Rendite von 5 Prozent kaufen und sie bis zur Fälligkeit halten, erhalten Sie – solange das Unternehmen nicht ausfällt – in drei Jahren eine Gesamtrendite von 15 Prozent, unabhängig davon, ob der Marktpreis der Anleihe zwischenzeitlich geschwankt hat.
Ausfälle sind bei Investment-Grade-Anleihen äusserst selten. Der historische Durchschnitt liegt bei nur 0,1 Prozent. Wie die nachstehende Grafik zeigt, steigen die Ausfallraten bei Sub-Investment-Grade-Anleihen (auch bekannt als High-Yield-Anleihen) bei massiven konjunkturellen Schwierigkeiten tendenziell stärker an. Dennoch ist der historische Durchschnitt der Ausfallraten mit 2,8 Prozent ebenfalls relativ niedrig. Die Aufgabe eines aktiven Managers ist es, eingehende Untersuchungen bezüglich der Emittenten von Hochzinsanleihen anzustellen, um die Ausfälle zu vermeiden, die in diesem Sektor eintreten.
Pull-to-par
Ein weiterer natürlicher Vorteil von Anleihen, insbesondere von kurzfristigen Anleihen, ist der sogenannte «Pull-to-Par»-Effekt. Pull-to-Par bedeutet, dass eine Anleihe kurz vor der Fälligkeit beginnt, sich ihrem Nominalwert (Par Value) anzunähern, da das Ausfallrisiko zunehmend vernachlässigbar wird und der Kassakurs der Anleihe auf 100 amortisiert. Pull-to-Par tritt unabhängig davon ein, ob der Kurs einer Anleihe seit ihrem Kauf durch den Anleger gestiegen oder gefallen ist, da in beiden Fällen eine Rückzahlung von 100 Prozent erfolgen würde.
Roll-down
Der Roll-Down ist der Kapitalgewinn, der durch den «natürlichen» Rückgang der Rendite einer Anleihe generiert wird, die sich ihrer Fälligkeit nähert. Je steiler die Kurve, desto grösser das Potenzial für Roll-Down-Gewinne, da die Rendite der Anleihe mit jedem Jahr, das bis zu ihrer Fälligkeit verstreicht, ein grösseres Gefälle aufweist (wodurch ein grösserer Kapitalgewinn ermöglicht wird). Das Roll-Down-Potenzial kurzfristiger Anleihen ist in der Regel erheblich grösser als das ihrer Pendants mit längerer Laufzeit, da die Renditekurve am kurzen Ende meist viel steiler ist.