Investors’ Outlook: Der Wind dreht

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Kurz und bündig

  • Der entscheidende «Red Sweep» bei den US-Wahlen lässt Deregulierung und Steuersenkungen erwarten – Massnahmen, die gewöhnlich günstig für Unternehmen sind. In ihrem Bestreben, das Binnenwachstum anzukurbeln, sorgen die USA und China zudem für ein von uns antizipiertes globales «Risk-on»-Marktumfeld.
  • Während Zölle häufig als inflationär angesehen werden, sind sie von Natur aus deflationär. Indem durch sie die Kosten steigen, wird die Nachfrage gedämpft – ähnlich wie hohe Ölpreise die Fahrgewohnheiten beeinflussen. Als Reaktion darauf werden multinationale Unternehmen der lokalen Produktion in den USA Vorrang geben, um die Zollrisiken zu minimieren.
  • Die Notenbanken werden unserer Meinung nach die Zinssätze weiter senken, wenn auch in einem gemässigteren Tempo. Einige politische Massnahmen dürften Inflationsdruck ausüben, wie zum Beispiel die Konjunkturprogramme und die Verknappung des Arbeitskräfteangebots infolge einer strengeren Einwanderungspolitik in den USA.

 

 

Der Wind dreht

Das amerikanische Volk hat gesprochen, und die Stimmung an den Märkten nach der Wahl von Donald Trump zum Präsidenten hat den Rahmen für einen dynamischen Wirtschaftsausblick für das Jahr 2025 geschaffen. Der entscheidende «Red Sweep»1 lässt Deregulierung und Steuersenkungen erwarten – Massnahmen, die traditionell günstig für Unternehmen sind. Diese politischen Veränderungen in der grössten Volkswirtschaft der Welt fallen mit einer Welle von Konjunkturmassnahmen in der zweitgrössten Volkswirtschaft der Welt zusammen. In ihrem Bestreben, das Binnenwachstum anzukurbeln, sorgen die USA und China für eine Dynamik, als deren Resultat wir ein globales «Risk-on»-Marktumfeld2 voraussehen.

Zusätzlich zur Unterstützung durch politische Entscheidungsträger auf der ganzen Welt haben Tech-Giganten in diesem Jahr mehr als 200 Milliarden US-Dollar in die künstliche Intelligenz (KI) gesteckt, und Führungskräfte deuten an, dass sich diese Investitionswelle im nächsten Jahr fortsetzen und sogar noch beschleunigen könnte.3 Allein diese Investitionsprogramme, die in ihrer Grössenordnung an das Apollo-Raumfahrtprogramm4 erinnern, dürften die Wirtschaft in Schwung bringen.

Gleichzeitig sind die potenziellen Auswirkungen von Zöllen auf die Handelspartner der USA für die Anleger zu einer wachsenden Sorge geworden – insbesondere im Hinblick auf ihren Einfluss auf die Preise und die Konsequenzen für den Lockerungszyklus der US-Notenbank Fed. Während Zölle häufig als inflationär angesehen werden, sind sie von Natur aus deflationär. Indem durch sie die Kosten steigen, wird die Nachfrage gedämpft – ähnlich wie hohe Ölpreise die Fahrgewohnheiten beeinflussen. Als Reaktion darauf dürften multinationale Unternehmen der inländischen Produktion in den USA Vorrang einräumen, um Zollrisiken zu minimieren und einen reibungsloseren Betrieb in einem politisch aufgeladenen Handelsumfeld zu gewährleisten. Viele Unternehmen haben solche strategischen Anpassungen bereits vorgenommen – ein Überbleibsel aus früheren Zollrunden, bei denen die globalen Lieferketten neu bewertet werden mussten. Dieser Trend dürfte mehr Kapital in die US-Wirtschaft fliessen lassen.

Die Zentralbanken werden unserer Meinung nach die Zinssätze weiter senken, wenn auch in einem gemässigteren Tempo. Einige politische Massnahmen dürften allerdings Inflationsdruck ausüben, wie z. B. die Konjunkturprogramme und die Verknappung des Arbeitskräfteangebots infolge einer strengeren Einwanderungspolitik. Dies sind die ausschlaggebenden Aspekte der makroökonomischen Lage im nächsten Jahr, wobei Konjunkturprogramme, Unternehmensstrategien und politische Veränderungen das Jahr 2025 prägen werden.

In China haben die Entscheidungsträger ebenfalls über weitere Stimulus-Massnahmen diskutiert. Nach einer Reihe von Zinssenkungen im Oktober hielt die Volksbank von China (PBoC) ihre Leitzinsen im November stabil. Wir glauben, dass Peking wahrscheinlich die Auswirkungen der bestehenden Stimulus-Massnahmen bewerten wird, bevor es weitere Unterstützung bereitstellt.

Dieser Investors' Outlook enthält die Details unseres Ausblicks für das kommende Jahr, unsere Einschätzung der Aktienmärkte sowie die Änderugen in unserer Vermögensallokation.

Das Fundament für ein neues Kapitel ist gelegt. Wir sind bereit für das, was als nächstes kommt.

 

 

1. Ein Sieg der Republikaner in wichtigen politischen Positionen auf mehreren Ebenen der Regierung, einschliesslich des US-Repräsentantenhauses und des Senats. Rot symbolisiert die Republikanische Partei. 
2. Ein Zeitraum, in dem die Anleger angesichts des Vertrauens in die Wirtschaft eher bereit sind, risikoreichere Anlagen wie Aktien zu kaufen.
3. Quelle: Artikel von Bloomberg, veröffentlicht am 1. November 2024. https://www.bloomberg.com/news/articles/2024-11-01/tech-giants-are-set-to-spend-200-billion-this-year-chasing-ai
4. Eine NASA-Initiative, die zum Ziel hatte, Menschen auf den Mond und danach wieder sicher zur Erde zurückzubringen. Dieses Ziel wurde mit Apollo 11 im Jahr 1969 erfolgreich erreicht. Insgesamt gab die NASA bis zum Ende des Programms 25 Milliarden US-Dollar aus, was inflationsbereinigt heute etwa 230 Milliarden US-Dollar entspricht. Quellen: Anhörungen zur NASA-Genehmigung 1974, 93. Kongress, erste Sitzung, zu H.R. 4567. Seite 1271. https://babel.hathitrust.org/cgi/pt?id=mdp.39015084762718&view=1up&seq=1277; Berechnung der Inflation: https://www.minneapolisfed.org/about-us/monetary-policy/inflation-calculator

 

 

 

 

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