Quality Growth
Experten im Segment Globale Aktien seit 1984.
1980 begann die Internationale Finanz-Corporation (IFC) – der Privatsektorzweig der Weltbank –, die Anlagerenditen in weniger entwickelten Ländern weltweit, einschliesslich Brasilien, Indien, Korea und Mexiko, zu verfolgen. Die Ergebnisse waren überraschend gut. Sogar so gut, dass Antoine van Agtmael, seinerzeit stellvertretender Leiter des Bereichs Capital Markets bei der IFC, im darauffolgenden Jahr an einer Banker- und Beraterversammlung in New York teilnahm, um eine neue Fondsanlage in ungewöhnlichen Märkten vorzustellen. Auch wenn die Idee Potenzial hatte, so war den Anwesenden jedoch klar, dass ein Fonds mit dem Namen «Third World Equity» von den Anlegern nicht gut angenommen würde. Nach dieser Zusammenkunft brachte van Agtmael den Begriff «Emerging Markets» ins Spiel. Auf diese Weise trug er dazu bei, dass die Vorurteile von Armut, minderwertigen Waren und gar Hoffnungslosigkeit durch die Begriffe Fortschritt, Wachstum und Dynamik abgelöst wurden1.
Heute sind die Schwellenländer bzw. Emerging Markets (EM) mit Vermögenswerten in Höhe von weltweit 5.3 Billionen US-Dollar eine global anerkannte Anlageklasse und zahlreiche Anleger – von Pensionsplänen über Stiftungen und Versicherer bis hin zu vermögenden Privatpersonen – halten eine Allokation in sich entwickelnden Volkswirtschaften. Die Zahl der Länder unter dem Banner der Schwellenländer ist von zehn bei Einführung des MSCI Emerging Markets Index im Jahr 1988 auf heute 26 gestiegen. Und während Rohstoffe einst zu den dominierenden Sektoren im Index zählten, sind heute Finanz- und Informationstechnologiewerte am stärksten vertreten.
Viele Schwellenländer sind gereift und haben einen Kurs eingeschlagen, der mit den meisten Industrieländern zusammenläuft.
Während viele Schwellenländerunternehmen von langfristigen demografischen Entwicklungen, der wachsenden Stadtbevölkerung und der rasanten Entwicklung der digitalen Technologie profitierten, gerieten andere aufgrund von politischen Unruhen, Währungsschwankungen und Änderungen der globalen Geldpolitik ins Stocken. Durch eine passive Allokation in den breit gefassten Emerging-Market-Equity-Index werden Anleger der Heterogenität der Schwellenländer und allen damit einhergehenden Risiken ausgesetzt.
So stellt sich die Frage: Wie identifizieren Anleger innovative, wettbewerbsfähige Unternehmen aus Schwellenländern, die wahre Weltklasse-Marktführer sind?
Im Vontobel Fund – Emerging Markets Equity blicken wir über den Tellerrand der Schlagzeilen hinaus, um gut geführte Unternehmen ausfindig zu machen, die ein deutliches Wachstumspotenzial zeigen. Wir streben nach dem Besitz einzigartiger Unternehmen, die ein solides Geschäftsmodell, ein stabiles und prognostizierbares Ertragswachstum und eine starke Bilanz aufweisen und deren Wachstum wir im Laufe der Zeit stärken möchten.
Wir jagen keinen Trends hinterher (was sich unserer Meinung nach als schlechte Strategie erwiesen hat), obwohl wir glauben, dass unsere Anlagen von ihnen profitieren können.
In einigen Fällen haben Schwellenländerunternehmen Erfolge erzielt – und das trotz eines schwierigen Umfelds, das Erschütterungen durch schlechte Infrastrukturen, Korruption und lockere regulatorische Anforderungen ausgesetzt sein kann. Daher mussten sie im Vergleich zu ihren Konkurrenten aus Industrieländern eine stärkere Wettbewerbsfähigkeit aufbauen.
Wir haben festgestellt, dass einige führende Schwellenländerunternehmen heute in Sachen Performance, Qualität und Komplexität mit ihren Konkurrenten in den USA und Europa mithalten und diese sogar übertreffen können. Als aktive Bottom-up-Anleger ist es unsere Aufgabe, diese ausfindig zu machen.
Ebenso wie in Industrieländern lassen sich die führenden Unternehmen in Schwellenländern nun weitgehend in drei Kategorien einteilen: inländisch, regional und global. Im Laufe der Zeit haben sich einige Unternehmen von dominierenden lokalen Akteuren zu etablierten internationalen Konzernen entwickelt, wohingegen andere weiterhin von den Kräften profitieren, die ihre Heimatmärkte prägen. Wir sehen in allen drei Kategorien potenzielle Gewinner und möchten mit unserer Portfoliogestaltung helfen, die Vorteile auszuschöpfen.
Nur jeder fünfte Einwohner Indiens brachte 2017 sein erspartes Geld zu einem Finanzinstitut2. Als führende indische Privatkundenbank verfügt die HDFC Bank über einen Marktanteil von acht Prozent an einem Markt, in dem ein Mangel an Banken herrscht und der von wenig effizienten staatseigenen Banken beherrscht wird. Mit mehr als 4’500 Niederlassungen und 12’000 Geldautomaten im ganzen Land ist die HDFC Bank unserer Ansicht nach gut aufgestellt, um alle Dienstleistungen anzubieten, die die aufstrebende Mittelschicht in Indien nachfragt – von Mobile Banking bis hin zu Autokrediten. Aufgrund ihrer strengen Underwriting-Standards sind die Verluste gering, während ihr Kreditwachstum das der indischen Staatsbanken deutlich übersteigt, ganz zu schweigen von vielen Konkurrenten in Industrieländern.
In Mexiko hat OXXO bereits eine starke Marktposition inne und ist mit 11.8 Millionen Kunden pro Tag die grösste Convenience-Store-Kette. Der Besitzer FEMSA baut die Position von OXXO aus und zielt dabei auf den informellen Markt ab, der sich aus kleinen Geschäften zusammensetzt. Aufgrund eines Gesamtanteils von weniger als zwei Prozent des gesamten «Mom & Pop Store»-Marktes in Mexiko gehen wir davon aus, dass OXXO noch ein deutliches Wachstum bevorsteht. Über die letzten zehn Jahre hat OXXO die Grösse seines Filialportfolios nahezu verdreifacht und seine Marken in anderen südamerikanischen Ländern wie Chile, Kolumbien und Peru etabliert.
Taiwan Semiconductor Manufacturing Company (TSMC) ist auf die Fertigung von Logikchips (im Unterschied zu Speicherchips) spezialisiert, die in Smartphones, Laptops und anderen internetfähigen Produkten verbaut werden. TSMC hat derzeit einen globalen Marktanteil von 56 Prozent und ist bei der Fertigung im 7-Nanometer-Verfahren führend, was im Hinblick auf die Grösse und Komplexität enorm ist. Das Unternehmen, das nur wenige Konkurrenten hat und attraktive Renditen aufweist, ist bereits «Best in Class». Dennoch ist TSMC bestrebt, seinen Technologievorsprung und seine Performance weiter auszubauen. Das Unternehmen errichtet ein Werk zur Fertigung von Chips im 5-Nanometer-Verfahren, dessen Komplexität und Kosten den Wettbewerb noch stärker begrenzen und verhindern werden, dass hochmoderne Logikchips zur Massenware werden. Dadurch kann TSMC wiederum seine Kapazitätsauslastung und sein ROIC im Vergleich zu seinen Wettbewerbern aus Industrieländern weiterhin auf hohem Niveau halten.
Seit van Agtmael den Begriff vor fast vier Jahrzehnten erstmals verwendete, hat sich für die Schwellenländer heute ein relativ gesundes strukturelles Bild gezeichnet.
Ebenso wie die Industrieländer haben sich auch die Schwellenländer weiterentwickelt -- und die Antwort auf die Frage, wo ein Unternehmen angesiedelt wird, richtet sich zunehmend danach, wo es Gewinne erzielen und seine Zukunft gestalten kann. Und einige leistungsstarke Schwellenländerunternehmen müssen nicht mehr den vorherrschenden Trends in ihrem Ökosystem folgen, um Gewinne zu erzielen.
Daher sind wir der Ansicht, dass ein Bottom-up-Ansatz, der sich auf einzelne Unternehmen – und nicht auf Länder oder Themen – konzentriert, der beste Weg ist, um in Schwellenländern Renditen zu erzielen.
Anlagen in eine Gruppe sorgfältig ausgewählter hochwertiger Wachstumsunternehmen mit robustem Ertragswachstum können das Kapital schützen, wenn der nächste Abschwung einsetzt. Wir sind der Auffassung, dass Anleger langfristig von der Steigerung der Renditen und dem Ertragswachstum dieser Unternehmen profitieren können.
Zahlreiche Schwellenländer bieten vielversprechende langfristige Anlagechancen – man muss sie nur finden. Als aktiver Investor mit Schwerpunkt auf hochwertigen Wachstumsunternehmen hat uns die Suche nach Qualität in die Schwellenländer geführt. Wir gehen davon aus, dass sich die Entwicklung der Qualitätsunternehmen in Schwellenländern auf viele Jahre hinaus vertiefen und erweitern wird.
Die Fundamentaldaten von Unternehmen sind der Haupttreiber der Eigenkapitalrenditen. Doch Unternehmen aus Schwellenländern erhalten deutlich weniger Beachtung von Aktienanalysten als ihre Konkurrenten aus Industrieländern. Deshalb ist ein qualifiziertes, erfahrenes und gut besetztes Anlageteam notwendig, um Chancen aufzudecken, die der breite Markt nicht gänzlich erfasst.
Chancen
Quality-Growth-Anlagestil mit dem Ziel des Kapitalerhalts
Investiert vor allem in Wertpapiere von Unternehmen, die über ein relativ hohes langfristiges Ertragswachstum und eine überdurchschnittliche Rentabilität verfügen
Breite Diversifikation über zahlreiche Wertpapiere hinweg
Mögliche zusätzliche Erträge durch Analyse einzelner Wertpapiere und aktives Management
Erträge aus dem investierten Kapital möglich
Einsatz von Derivaten zu Sicherungszwecken kann die Performance des Teilfonds steigern und die Rendite verbessern
Kurssteigerungen von Anlagen aufgrund von Markt-, Branchen- und Unternehmensentwicklungen möglich
Erträge durch Teilhabe am Wachstumspotenzial der Schwellenmärkte möglich
Risiken
Anlagestil kann zu stärker konzentrierten Positionen in einzelnen Unternehmen oder Branchen führen
Begrenzte Teilhabe am Potenzial einzelner Titel
Erfolg der Analyse einzelner Wertpapiere und des aktiven Managements kann nicht garantiert werden
Es kann nicht garantiert werden, dass der Investor das angelegte Kapital zurückerhält
Einsatz von Derivaten kann Risiken im Zusammenhang mit Liquidität, Verschuldung und Kreditschwankungen sowie Illiquidität und Volatilität bergen
Kursschwankungen von Anlagen aufgrund von Markt- oder Branchenveränderungen oder im Zusammenhang mit dem Emittenten möglich
Anlagen in Schwellenländern können von politischen Entwicklungen, Währungskursschwankungen, Illiquidität und Volatilität beeinflusst werden
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FONDSMERKMALE |
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Anteilsklasse |
Vontobel Fund – Emerging Markets Equity I |
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Referenzindex |
MSCI Emerging Markets Index |
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Währung |
USD-Dollar |
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Auflegung |
30.3.2007 |
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Berichtsperiode |
30.3.2007 – 30.9.2019 |