Zölle, Handel und steigende Preise – eine Herausforderung für die Zentralbanken
Die Volatilität hält unvermindert an, und für aktiv vorgehende Manager bieten sich zahlreiche Chancen, sowohl in Bezug auf zu vermeidende Risiken als auch auf zu nutzende Wertpotenziale. 2024 und 2025 gab es für echte, hochwertige, Alpha generierende aktive Manager reichlich Gelegenheit, für ihre Kunden Ergebnisse zu erzielen. Unser Team ist weiterhin der Ansicht, dass Vorsicht geboten ist. Aus dieser Perspektive sehen wir durch die Fokussierung auf Ausgewogenheit, Agilität und Liquidität Chancen, bedeutendes Alpha zu generieren, um die Renditen, welche die Anleihenmärkte bieten können, zu ergänzen und zu verbessern. Gemessen an den relativen Bewertungen bevorzugen wir nach wie vor Anleihen gegenüber vielen anderen Anlageklassen, insbesondere gegenüber einigen Unteranlageklassen, die im Verhältnis zum Risiko hohe Renditen bieten.
Wer mich gut kennt, erwartet wahrscheinlich eine weitere Tirade über die Märkte. Ich tendiere zweifellos dazu, mit sinkenden Märkten zu rechnen, was mich für das asymmetrische Renditeprofil von Anleihen prädestiniert. Man muss nicht lange suchen, um Gründe zur Sorge zu finden, von denen einige das Potenzial haben, grosse Ausverkäufe auszulösen, wie wir sie bereits zu Beginn des Jahres erlebt haben. Die Neuausrichtung globaler Allianzen, die Auswirkungen von Zollpolitiken und US-Isolationismus auf den Welthandel sowie die erheblichen Herausforderungen, mit denen mehrere Zentralbanken konfrontiert sind, sind jeweils Grund genug, extreme Vorsicht walten zu lassen. Über jedes dieser Themen wurde bereits viel geschrieben, und jedes einzelne könnte weitere Volatilitätsschübe auslösen.
Und dennoch bleibt unsere Risikobereitschaft leicht positiv. Kurz gesagt: Wir freuen uns über diese Märkte und möchten weiterhin an ihnen teilhaben. Die technischen Faktoren innerhalb der Anleihenmärkte sind robust, wie die relative Outperformance dieser Anlageklasse nach dem «Liberation Day» zeigt. Die Liquiditätsbestände der Manager sind nach wie vor hoch, und die Geldmenge, die in Geldmarktfonds schlummert und darauf wartet, in traditionellere Anleihenmärkte zurückzufliessen, sollte alle, die sich mittel- oder langfristig für sinkende Märkte positionieren möchten, zur Vorsicht mahnen.
Das Gleichgewicht zwischen Angst und Gier ist also fein austariert – abgesehen von einem Faktor, der unser Vertrauen in Anleihen untermauert: die ihnen zugrunde liegenden Fundamentaldaten.
Unabhängig vom Standpunkt sind die Fundamentaldaten des Anleihenmarktes angesichts der aktuellen Phase des Kreditzyklus überraschend solide. Europäische Banken wirken robust, Staats- und Unternehmensanleihen aus Schwellenländern weisen weiterhin eine starke Schuldentragfähigkeit auf, und Investment-Grade-Unternehmen vermeiden weiterhin aktienfreundliche Exzesse. Die Konsumenten zeigen sich überraschend stark, mit überschaubaren Schuldenständen, und selbst die Hochzinssegmente in den USA und Europa weisen starke Fundamentaldaten des Anleihenmarktes auf.
Dennoch basieren diese Beobachtungen alle auf Durchschnittswerten, und es gibt zweifellos Vorbehalte, die uns zur Vorsicht mahnen. Vor allem sehen wir, dass Anleihenehmer im Hochzinsbereich am stärksten von einer Verschlechterung der Wirtschaftslage betroffen und besonders anfällig für Phasen der Marktvolatilität sind, die ihre Fähigkeit zur Refinanzierung ihrer Schulden beeinträchtigen könnten.
Bleiben Sie vorsichtig, bleiben Sie flexibel und profitieren Sie von diesen Märkten.