Investors’ Outlook: Süsses und Saures

Multi Asset Boutique
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Kurz und bündig

  • Das Multi-Asset-Team von Vontobel bleibt angesichts der Aussicht auf eine akkommodierende Geldpolitik und wachstumsfreundliche Massnahmen weiterhin optimistisch für das globale Wachstum. Es erwartet keine Wiederholung des Inflationsanstiegs von 2021–2022.
  • Viele Anleger fragen sich, ob eine KI-Blase zu befürchten ist. Die Multi Asset Boutique von Vontobel ist der Ansicht, dass der Markt erst Aktivitäten wie fremdfinanzierte Übernahmen, die Ausgabe von Unternehmensaktien oder überdimensionierte Rückkäufe sehen müsste, bevor von einer Blase gesprochen werden kann.
  • Das Investment Committee der Multi Asset Boutique von Vontobel hat beschlossen, an seiner aktuellen Asset Allocation festzuhalten und weiterhin Aktien gegenüber Anleihen zu bevorzugen.

 

 

Süsses und Saures

Im vergangenen Monat wurden Anleger erneut dafür belohnt, am Markt investiert zu sein. Wir sind weiterhin der Ansicht, dass das Narrativ rund um Geldangebot, Fiskalpolitik und Zentralbanklockerungen Bestand hat, und es fällt uns schwer, in diesem Umfeld eine Baisse zu begründen.

Trotz gelegentlicher Volatilität haben Risikoanlagen weiter zugelegt. Gold hat etwas an Glanz verloren, da es einen Rücksetzer vom Allzeithoch gab. Aktien und US-Staatsanleihen führten ihre Hausse jedoch fort. 

Vor Halloween zeigten sich die Anleger indes leicht nervös. US-Regionalbanken jagten den Märkten kurzzeitig einen Schrecken ein, nachdem Zions Bancorp und Western Alliance Bancorp notleidende Kredite im Zusammenhang mit Fonds offenlegten, die in angeschlagene gewerbliche Hypotheken investieren. In Kombination mit den jüngsten Insolvenzen des Subprime-Kreditgebers Tricolor Holdings und des Automobilzulieferers First Brands Group kam es zu einem branchenweiten Rückgang im Bankensektor – die Furcht vor weiteren, im Schatten lauernden Kreditrisiken machte die Runde.

Auch die makroökonomischen Entwicklungen sorgten für Nervenkitzel. Japan reiht sich nun in die globale Stimuluswelle ein, da die ersten Äusserungen der neuen Premierministerin Sanae Takaichi auf höhere Staatsausgaben hindeuten. Damit würde eine weitere grosse Volkswirtschaft hinzukommen, die fiskalische Unterstützung leistet. In China verlangsamte sich das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts auf 4,8% und lag damit leicht über den erwarteten 4,7%. Das Wachstum seit Jahresbeginn von 5,2% hält Peking jedoch weiterhin auf Kurs für das Ziel von 5% in diesem Jahr. Wir betrachten die Bewertungen chinesischer Aktien als attraktiv und sehen darin eine Chance, die Portfolios von einer stark konzentrierten Exposition in künstlicher Intelligenz (KI) zu diversifizieren.

Apropos KI: Viele Anleger fragen sich, ob es sich dabei um eine Blase handelt. Wir finden, ein Blick in das Handbuch der 1990er-Jahre lohnt sich. Vor der Dotcom-Blase1 kletterten die Kurs-Gewinn-Verhältnisse auf fast das Hundertfache, und davon sind wir heute weit entfernt. Zudem waren die damaligen Internet-Highflyer meist nicht profitabel, während die Tech-Giganten von heute meist sowohl hohe Gewinne erzielen, als auch über Netto-Barmittel verfügen. Bevor wir also von einer Blase sprechen, müssten wir zunächst Aktivitäten beobachten wie fremdfinanzierte Übernahmen, die Ausgabe von Unternehmensaktien oder überdimensionierte Rückkäufe. Erste Anzeichen, wie die Prüfung eines geplanten NASDAQ-Produkts mit fünffacher Hebelwirkung durch die US-Börsenaufsicht SEC,2 deuten darauf hin, dass Privatanleger Interesse an Hebelgeschäften zeigen. Doch es ist noch zu früh, um Schlüsse zu ziehen.

Im aktuellen Investors’ Outlook finden Sie den Ausblick der Multi Asset Boutique für 2026, einen genaueren Blick auf die Kakaopreise und unsere Einschätzung zum Aktienmarkt.

Manche Schlagzeilen können Märkte erschrecken, doch Diversifikation bleibt aus unserer Sicht der wahre Trick. Wir möchten unseren Kunden helfen, aus einer Schale vielfältiger Leckereien ihre Favoriten zu wählen.

 

 

 

 

 

1. Phase spekulativen Wachstums an den Aktienmärkten Ende der 1990er-Jahre, als Anleger grosse Summen in internetbasierte Unternehmen investierten, die häufig neu, unrentabel und stark überbewertet waren. Die Blase platzte zwischen 2000 und 2001.
2. Quelle: Artikel von Reuters, veröffentlicht am 17. Oktober 2025. https://www.reuters.com/legal/government/sec-says-unclear-if-proposed-3x-5x-leveraged-etfs-would-be-approved-2025-10-16/

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