Investors’ Outlook: Ein Rückschnitt am Markt
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Kurz und bündig
- Die Volatilität hat sich seit Jahresbeginn tiefer verwurzelt angesichts eskalierender geopolitischer Spannungen sowie aufkeimender Sorgen über die disruptiven Auswirkungen von künstlicher Intelligenz. Dennoch erscheinen uns die Rahmenbedingungen für das Wirtschaftswachstum unterstützend, da sich die kumulativen Effekte früherer Zinssenkungen in den kommenden Monaten weiter in der Wirtschaft entfalten dürften. Auch fiskalische Stimuli ausserhalb der USA dürften für positive Impulse sorgen.
- Im Februar lichteten die Anleger bestimmte Risikoanlagen aus, während sich die geopolitischen Spannungen, etwa durch den eskalierenden Konflikt zwischen den USA und dem Iran um das Atomprogramm, verschärften und die Märkte in Alarmbereitschaft versetzten.
- Wir sind der Ansicht, dass eine gewisse Auslichtung gesund sein kann. Die Marktteilnehmer haben ihre Anlagen abseits der USA auf europäische und Schwellenländeraktien ausgeweitet und sich von Technologieaktien in Basiskonsumgüter- und Industriewerte bewegt.
Ein Rückschnitt am Markt
Volatilität wehte dieses Jahr wie ein rauer Wind durch die sorgfältig gezogenen Hecken. Einerseits schlug die geopolitische Volatilität tiefere Wurzeln und versetzte die Märkte in Alarmbereitschaft: Die Spannungen um ein Atomabkommen zwischen den USA und dem Iran eskalierten zu einem Krieg, was Sorgen vor regionaler Instabilität und Störungen an den Energiemärkten schürte. Andererseits griffen Anleger im Februar zur Heckenschere und stutzten gewisse Risikoanlagen, aus Angst, die Disruption durch künstliche Intelligenz könnte ein «SaaS-mageddon»1 auslösen.
Wir sind der Ansicht, dass dies die Bedeutung von Diversifikation unterstreicht. Es ist auch der Grund, weshalb wir unsere Übergewichtung in Rohstoffen beibehalten haben.
Auch wenn die Volatilität einige Äste gewaltig durchschüttelt, ist die Anlegerstimmung insgesamt positiv und das makroökonomische Umfeld solide. Die US-Wirtschaft scheint sich derzeit in einem Goldlöckchen-Szenario zu befinden: Das Wachstum zieht an, die Inflation normalisiert sich, und der Arbeitsmarkt zeigt Anzeichen der Stabilisierung. Auch die US-Industrie lässt nach fast drei Jahren der Stagnation eine Belebung erkennen, und obwohl die Konsumentenstimmung noch verhalten ist, könnte auch sie bald folgen.
Die Rahmenbedingungen für Wirtschaftswachstum erscheinen uns unterstützend. Die Zentralbanken der G102, mit Ausnahme Japans, befinden sich im Lockerungsmodus, und die kumulativen Effekte der Zinssenkungen dürften bis weit ins Jahr hinein in der Wirtschaft nachhallen. Auch ausserhalb der USA dürften fiskalische Impulse das globale Wachstum positiv stützen, während China sein Ziel für das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts im Jahr 2026 auf eine Spanne von 4,5% bis 5% senkte.3
Wir glauben, dass ein gewisser Erziehungsschnitt sinnvoll sein kann. Er zeigt, dass die Märkte wachsam bleiben und nicht unbedingt bereit sind, für blosse Hoffnungen überhöhte Preise zu zahlen. Sie verlangen handfeste Belege in Form von Unternehmensgewinnen und Prognosen. Das ist aus unserer Sicht gesund, zumal es den Weg für eine breitere Diversifikation geebnet hat. Die Rotation der Anleger erfolgte sowohl auf regionaler als auch auf Sektorebene, insbesondere weg von den USA hin zu europäischen und Schwellenländeraktien sowie vom Technologiesektor hin zu Basiskonsumgütern und Industriewerten.
Im Bereich der KI hatte der Rückgang einen gemeinsamen Nenner, nämlich die Sorge um Geschäftsmodelle, die auf menschlichem kognitivem Kapital und begrenzter Wettbewerbsfähigkeit beruhen und somit anfällig für eine Verdrängung durch KI sind. Wir müssen noch lernen, was KI wirklich bedeutet, und dieses Lernen erfolgt schritt- weise, sodass Volatilität auch künftig ein ständiger Begleiter bleiben dürfte.
Im aktuellen Investors’ Outlook finden Sie eine Erläuterung der K-förmigen Wirtschaft und ihrer möglichen Implikationen für Investitionen, einen genaueren Blick auf die Entwicklungen an den Ölmärkten sowie unsere Einschätzungen zu den Aktienmärkten.
Unser Ziel ist es, die Portfolios unserer Kunden über die Zeit hinweg wachsen und gedeihen zu lassen. Ein Rückschnitt am Markt kann die Anlagelandschaft für die kommende Saison stärken.
1. Informeller Begriff, der einen Zusammenbruch des Software-as-a-Service-Sektors infolge von KI-Disruption beschreibt.
2. G10 (Group of Ten) bezeichnet eine Gruppe von zehn (inzwischen elf) grossen Industrieländern, die sich in internationalen Finanzangelegenheiten und in Fragen der Geldpolitik abstimmen.
3. Quelle: Artikel von Bloomberg, veröffentlicht am 5. März 2026. https://www.bloomberg.com/news/articles/2026-03-04/china-softens-gdp-goal-to-range-of-4-5-to-5-as-growth-slows