Investors’ Outlook: Zeit für eine Pause

Multi Asset Boutique
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Kurz und bündig

  • Kurz bevor unsere «Investors’ Outlook»-Publikation in die Sommerpause geht, ist der Moment gekommen, auf den viele Anleger gewartet haben: Die US-Notenbank Fed hat beim Erhöhen ihres Leitzinses auf das Bremspedal gedrückt. Wir erwarten nun höchstens noch eine weitere Anhebung und erste Zinssenkungen dann Anfang 2024.
  • Unsere Multi-Asset-Experten bleiben bei ihrer Einschätzung, dass den USA eine Rezession bevorsteht. Sie erwarten diese jetzt allerdings später als bisher, da die Konsumenten, gestützt durch den starken US-Arbeitsmarkt und ihre Ersparnisse aus der Zeit der Pandemie, immer noch ausgabefreudig sind.
  • Vor diesem Hintergrund und unter der Annahme, dass die Inflation weiter fallen und eine erste Zinssenkung Anfang nächsten Jahres erfolgen dürfte, ist unsere bisherige Sicht auf die Anlageklassen intakt und wir fühlen uns nach wie vor komfortabel mit unserer Portfolio-Positionierung.
  • Unsere Experten der Quality Growth Boutique bewerten die Auswirkungen der US-Bankenkrise und zeigen auf, weshalb Qualitätsunternehmen Anlegern zu mehr Ruhe verhelfen können.

Wir haben die erste Hälfte des Jahres 2023 hinter uns – ein guter Zeitpunkt, innezuhalten und das Vergangene Revue passieren zu lassen. Dazu hat sich auch die US-Notenbank Fed entschieden und im Juni nach 15 Monaten mit zehn aufeinanderfolgenden Zinserhöhungen den Pause-Knopf gedrückt.

 

Endlich ist eingetroffen, worauf viele gewartet haben: Die Fed steht auf dem Bremspedal. Doch ihr Vorsitzender Jerome Powell hat angedeutet, dass sie ihren Leitzins dieses Jahr noch zwei weitere Male anheben könnte.

Dem trauen allerdings nicht alle Anleger über den Weg. Sie fragen sich, warum die US-Notenbank jetzt eine Pause einlegt, wenn doch klar ist, dass der Kampf gegen die Inflation weitere Zinserhöhungen erfordert. Powell legte es als Gelegenheit aus, die verzögerten Auswirkungen der bisherigen geldpolitischen Straffung auf die Wirtschaft zu beurteilen. Gleichzeitig betonte er, die Fed habe noch einen langen Weg vor sich, bis die Inflation bei ihrem Zielwert von 2% liege.

Wir rechnen mit höchstens noch einer weiteren Zinserhöhung, bevor Anfang 2024 dann Senkungen erfolgen. Wir vermuten, dass die Fed weniger darauf erpicht ist, den Leitzins anzuheben, als vielmehr darauf, zu verhindern, dass die Märkte aggressive Zinssenkungen einpreisen. Wie dem auch sei, jetzt kann sie sich ganz auf die Inflationsbekämpfung konzentrieren, da der US-Arbeitsmarkt die Wirtschaft kräftig stützt und die Rezession weiter auf sich warten lässt. Somit dürfte sie ihre Geldpolitik später lockern als wir bislang annahmen. Allfällige neuerliche Zinsanhebungen sollten unseres Erachtens in stark gemässigtem Tempo erfolgen.

Derweil geht die Debatte weiter, ob der Konjunktur eine weiche Landung gelingen wird oder nicht. Aus unserer Sicht ist die Rezession im Anmarsch. Dennoch sind die Aktienbewertungen gestiegen. Dies lässt darauf schliessen, dass die Anleger keine grösseren Risiken sehen. Sie handeln Aktien, als würde sich die Wirtschaft bereits erholen. Dies erscheint uns etwas zu optimistisch angesichts der inzwischen viel strengeren Kreditvergabe-Bedingungen.

Im vorliegenden Investors’ Outlook erfahren Sie, was wir für die zweite Jahreshälfte erwarten und warum wir weiterhin überzeugt sind, dass eine Rezession bevorsteht. Wir erläutern ausserdem, mit welchem Gegenwind Gold zu kämpfen hat und weshalb wir bei Unternehmensanleihen in den kommenden 12 Monaten mit attraktiveren Einstiegsmöglichkeiten rechnen. Des Weiteren beleuchten diesmal unsere Kollegen der Quality Growth Boutique die Auswirkungen der US-Bankenkrise – eine Folge des aggressiven geldpolitischen Straffungszyklus.

Nachdem die Fed den Pause-Knopf gedrückt hat, legt auch unsere Publikation in den Sommerferien einen Boxenstopp ein. Wir melden uns wieder mit der September-Ausgabe. In der Zwischenzeit beobachtet Ihr Multi-Asset-Team weiterhin die Märkte für Sie, jederzeit bereit, bei Bedarf aufs Gas zu drücken.

 

 

 

 

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