Investors’ Outlook: Wenn die US-Notenbank niest …

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Artikel 12 Minuten

Kurz und bündig

  • Wie steht es derzeit um die Gesundheit der Weltwirtschaft? In unserem Basisszenario vertraten wir den Standpunkt, dass die Massnahmen der Notenbanken verzögert auf die Realwirtschaft durchschlagen würden und eine Rezession wahrscheinlich sei, die letztlich zu einer Lockerung der Geldpolitik führen würde. Dieses Basisszenario wird nun Realität. Die Zinserhöhungen haben die ersten Opfer gefordert.
  • Der Hustensaft für die Notenbanken ist bitter: Finanz- oder Preisstabilität? Das Gemisch aus Konjunkturverlangsamung und sinkender Inflation macht eine Rezession wahrscheinlicher – und damit auch Zinssenkungen.
  • Wie weiter? Angesichts der erhöhten Marktvolatilität bleiben unsere Anlagestrategen derzeit vorsichtig: Die Lage könnte sich noch verschlechtern, ehe sie besser wird.
  • Irgendwelche Hoffnungsschimmer? Die Experten der Quality Growth Boutique von Vontobel sehen mögliche Anlagechancen mit US-Aktien im derzeitigen Marktumfeld.

Die Inkubationszeit zwischen den Zinsanhebungen der Notenbanken und dem Auftreten der ersten Symptome in der Realwirtschaft ist vorbei. Der vergangene Monat hat gezeigt, dass sich Leitzinsen nicht ohne Nebenwirkungen erhöhen lassen. Die ersten Komplikationen traten an den Märkten für Kryptowährungen auf, griffen dann auf den Risikokapital-Sektor über und bewirkten schliesslich an den regulierten Märkten einen ersten buchstäblichen Kollaps im Bankensektor.

Mit der wachsenden Ansteckungsgefahr brach eine Vertrauenskrise aus. Die Situation war so zerbrechlich, dass die knappen Worte des zu keiner weiteren Kapitalspritze gewillten Hauptaktionärs von Credit Suisse ausreichten, um den letzten Rest an Vertrauen zu vernichten und das Schicksal der Bank zu besiegeln. Die hektischen Schlagzeilen liessen viele Investoren, die sich online über den Gesundheitszustand ihrer Anlagen informierten, mit der bangen Frage zurück, ob dieser Schüttelfrost der Vorbote einer neuerlichen Weltfinanzkrise wie jener von 2008 sei.

Welche Arznei haben wir verordnet? Wir hatten schon zuvor Präventivmassnahmen ergriffen. Dass wir in unseren Portfolios Risiko abbauten, Aktien auf neutral zurückstuften und an unserem Untergewicht in Hochzinsanleihen festhielten, erwies sich als richtig. So konnten wir die Vermögen unserer Kunden vor dem Fieberanfall der Märkte im März bewahren.

Wie geht es nun weiter mit der Weltwirtschaft? Der Hustensaft, den die Notenbanken trinken müssen, ist bitter: Finanz- oder Preisstabilität? Sie dürften sich für Preisstabilität entscheiden, auch wenn das Gemisch aus Konjunkturverlangsamung und sinkender Inflation eine Rezession wahrscheinlicher macht – und damit auch Zinssenkungen.

Angesichts der erhöhten Marktvolatilität halten wir es für verfrüht, durch das Ausnützen möglicher Anlagechancen mehr Risiko einzugehen. Denn die Lage könnte sich noch verschlechtern.

In dieser Ausgabe des Investors’ Outlook erfahren Sie, wie wir die jüngste Markt- und Konjunkturentwicklung beurteilen. Dabei werfen wir einen Blick auf den US-Arbeitsmarkt, wo jetzt erste Risse zu beobachten sind. Zudem schätzen wir den angerichteten Schaden im Bankensektor ab und widmen uns der Frage, ob wir nun am gleichen Punkt stehen wie 2008. Weshalb wir unsere Asset Allocation diesmal unverändert belassen, können Sie ebenfalls im Detail nachlesen.

Unser Fokusthema befasst sich mit US-Aktien und zeigt auf, wie unsere Kollegen der Quality Growth Boutique unseren Kunden beim Aufspüren von Chancen im US-Aktienmarkt Hand bieten. Gerade im aktuellen Marktumfeld ist Qualität das A und O.

Wir warten mit Umschichtungen zu, bis die Fieberschübe an den Finanzmärkten aufhören, und beobachten die Genesung des Patienten genau.

 

 

 

 

 

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